Du willst also einen Online Shop gründen? Das ist (fast) immer eine gute Idee!

In vielen Bereichen hat der Wettbewerb heute zwar angezogen. Im Vergleich dazu war die Situation bis vor einigen Jahren noch günstiger. Damit meine ich, die Wahrscheinlichkeit war höher, dass daraus ein Selbstläufer wurde. Aber auch heute noch gibt es genügend Bereiche, Branchen und Nischen, in denen man es besser machen kann, als die Konkurrenz. Wenn du also glaubst, den Kunden mehr bzw. etwas Besseres bieten zu können, als bereits bestehende Onlineshops das tun: Los geht’s!

Aus rein technischer Sicht war es noch nie leichter in das eCommerce-Business einzusteigen, als heute. Dennoch gibt es einige Aspekte, die Onlineshop-Betreiber vor der Shopgründung genau überdenken sollten.

1. Die richtige Shop-Software

Die richtige Shop Software zu finden ist gar nicht so leicht. Es gibt unzählige Anbieter für Onlineshop Lösungen. Generell kann man zwischen drei Onlineshop Lösungen unterscheiden. Das erste wäre der gemietete Onlineshop wie zum Beispiel bei Strato, Jimdo oder Lightspeed (ehem. SEOshop). Das nächste wäre eine selbst-gehostete Open Source Lösung wie Magento oder XTC. Die dritte Variante ist eine Eigenentwicklung. Was man dann wirklich braucht, hängt von vielen Faktoren ab und ist oft sehr individuell.

 

2. Die richtige Warenwirtschaft

Was von vielen oft nicht bedacht wird, ist die richtige Wahl der Warenwirtschaft. Während zu Beginn meist noch wenige Verkäufe und Transaktionen stattfinden, sind Buchhaltung, Warenwirtschaft und CRM oft noch sehr leicht überschaubar. Aber mit steigendem Umsatz wird auch der Aufwand hinter den Shop-Kulissen größer. Oft scheitern viele Onlineshops an einer ordentlichen Lagerhaltung und Buchhaltung. Darum ist darauf zu achten, dass man von Beginn an mit einer guten Software für die Warenwirtschaft arbeitet. Wichtig ist vor allem eine funktionierende Schnittstelle zum Onlineshop, um eine doppelte Buchhaltung zu vermeiden.

 

3. Onlineshop-Struktur langfristig planen

Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Struktur des Onlineshops. Diese sollte man schon sehr früh im Gründungsprozess planen. Auch wenn man anfangs noch nicht so viele Produkte und Kategorien hat, sollte man bereits vorausschauend die Navigationsstruktur anlegen. Sie sollte logisch und kurz sein. Es gibt zu viele Onlineshops, in denen man keine Struktur in der Navigation erkennen kann. Dies liegt oft daran, dass die Onlineshops gewachsen sind und dabei einfach immer neue Kategorien hinzugefügt wurden. Oft bilden sich daraus doppelte Kategorien und man verwirrt die Kunden. Andere Onlineshops haben eine Unterebene nach der anderen und der Kunde muss sich ewig zum Produkt durchklicken. Daher sollte man wirklich von Anfang an bereits das ‚große Bild‘ vor Augen haben, auch wenn man zunächst mit nur wenigen Produkten startet.

 

4. SEO-Grundlagen sind Pflicht

Einer der wichtigsten Punkte, der leider viel zu oft von Onlineshop-Gründern vernachlässigt wird, ist SEO. Man muss kein SEO-Profi sein, um einen Onlineshop zu erstellen, aber man sollte sich vorher zumindest mit den Grundlagen beschäftigt haben. SEO ist so extrem wichtig, weil gerade in der Anfangsphase eines Onlineshops meist kein Budget für Werbung in z.B. Google AdWords da ist. Also kommt der meiste Traffic über die Suchmaschinen. Damit der Onlineshop aber überhaupt bei Google & Co. gefunden werden kann, braucht es eine anständige SEO-Basis. Das wird aber von sehr vielen Onlineshop-Betreibern total vernachlässigt. Man kann natürlich auch auf SEO-Agenturen setzen, aber auch hierbei sind Grundlagen wichtig. Es gibt leider viel zu viele SEO-Agenturen, die total überteuert sind oder einfach keine Ahnung haben und dem Kunden sogar schaden können. Gerade hier ist es wichtig, selbst zumindest die Grundlagen zu beherrschen, um deren Arbeit und Kompetenz einigermaßen beurteilen zu können. Auch spielen SEO-Grundlagen schon bei der Struktur des Onlineshops eine wichtige Rolle, oder beim Verfassen von Produktbeschreibungen und noch vielen mehr. SEO ist DAS Werkzeug Nummer 1 für jeden Shopbetreiber, um Kunden in den Shop zu bekommen.

 

5. Schnelligkeit beim Versand ist Trumpf

Das ist ein Punkt, der mich gerade bei den großen Versandhäusern immer wieder staunen lässt. Ich habe erst letztens bei einem großen und bekannten deutschen Versandhändler eine Bestellung aufgegeben. Es hat ganze 6 Tage gedauert, bis meine Bestellung da war! Dann befand sich im Paket auch nur die Hälfte meiner bestellten Artikel und dazu eine Notiz. In der Notiz stand, dass die andere Hälfte in 4 Wochen geliefert werden würde, ich aber die Rechnung doch innerhalb von 14 Tagen bezahlen solle. Sowas kann man heutzutage doch nicht mehr machen! Ein Paket sollte nach maximal 1 bis 2 Tagen beim Kunden ankommen. Ich habe schon oft von Händlern gehört, dass das eben ’nicht so leicht‘ sei. Da frage ich mich dann aber, warum es Amazon fast immer schafft, die Pakete am nächsten Tag bei mir anzuliefern. Nicht nur das! Amazon testet bereits eine Same-Day-Delivery Option. Also morgens bestellt, abends ausgeliefert. Die Kunden erwarten einen schnellen Versand und daher ist das Pflicht im eCommerce.

 

6. Zahlungsarten für Onlineshops

Auch ein wichtiger Punkt sind die Zahlungsarten, die im Onlineshop angeboten werden. Jeder Onlineshop hat sehr unterschiedliche Zielgruppen und für jede Zielgruppe bedarf es einer bestimmten Zahlungsart. Generell gibt es die bei Onlinehändlern sehr beliebten Standard Zahlungsarten wie Vorkasse oder PayPal. Oft werden aber Verkaufspotentiale durch fehlende Zahlungsarten eingebüßt. Man muss deshalb seine Zielgruppe genau analysieren, um festzustellen, welche Zahlungsarten benötigt werden. Hat man zum Beispiel einen Onlineshop mit einer Zielgruppe aus der Mittel- bis Oberschicht mit hohem Einkommen, so würde ich auf jeden Fall auf Kreditkartenzahlung nicht verzichten wollen. Richtet sich der Onlineshop an eine Zielgruppe mit einem eher geringen Einkommen, so kann man wahrscheinlich auf die Kreditkarte verzichten. Auch die Altersstruktur der Zielgruppe spielt eine große Rolle für die Vorlieben der Zahlungsart. Daher ist eine eingehende Analyse der Zielgruppe hier eine sehr wichtige Voraussetzung. 

7. Lerne HTML & CSS Grundlagen

Dieser Punkt ist so eine Sache. Generell braucht man heutzutage keine Kenntnisse in HTML und CSS, um einen Onlineshop zu gründen und zu betreiben. Viele Anbieter von Shop-Lösungen werben lautstark damit, dass solche Kenntnisse für ihr Shopsystem nicht nötig wären. Auch WebDesign-Agenturen behaupten oft, dass sie den Shop schlüsselfertig einrichten und man selbst nichts weiter machen muss. Das mag auch so stimmen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es doch hilfreich ist, sich zumindest Grundlagenkenntisse anzugeignen. Oft möchte man z.B. nur irgendwelche Kleinigkeiten im Shop-Design ändern. Aber ohne Hilfe ist man dann schnell aufgeschmissen. Wegen jeder Kleinigkeit allerdings einen Programmierungsdienstleister zur Unterstützung zu holen, ist nicht nur nervig und zeitraubend, sondern geht auch ins Geld. Darum bin ich der Meinung, dass es nicht schaden kann, sich ein wenig mit HTML und CSS zu beschäftigen. Die Möglichkeiten hierzu sind wirklich vielfältig und man kann das Wichtigste super über Tutorials im Internet lernen. Man muss nicht unbedingt ein „Profi-Hacker“ werden, aber man sollte zumindest die Grundlagen kennen – auch um mitreden zu können, wenn die nächste Rechnung vom Programmierer kommt.

 

8. Der Kunde ist König

Das ist ein Thema, das viele Onlineshop-Betreiber vergessen: Aber auch im Onlinehandel erwartet der Kunde ein gewisses Maß an Kundenservice. Viele Onlineshop-Betreiber (oder auch Händler in Deutschland generell) vergessen, dass ihre Kunden auch jederzeit woanders einkaufen können. Um allerdings seine Kunden zu binden und wiederkehrende Kunden zu bekommen, muss man ihnen etwas bieten, das es bei der Konkurrenz nicht gibt. Das können Produkte, Preise oder aber außergewöhnlicher Kundenservice sein. Und es ist nicht einmal so schwer: Ein leicht zugänglicher & einfacher Retourenprozess. Eine Telefonnummer, die offen kommuniziert und auch genutzt wird (tatsächlich haben viele Onlineshops ihre Nummer nur im Impressum stehen und nutzen diesen Mehrwert für den Kunden nicht aus). Kulanz ist auch ein wichtiges Thema. Sehr oft habe ich schon Artikel nach Ablauf des Widerrufsrechts zurückgenommen und ich habe es noch nie bereut. Im Gegenteil, denn gerade diese Kunden zeigen sich später als sehr loyal, da Sie es zu schätzen wissen, wenn der Onlineshop über seine gesetzlichen Pflichten hinaus auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht.

 

9. Produktbilder selber machen

Generell bieten viele Hersteller und Lieferanten Produktbilder zum Download an, die die Shop Betreiber dann online verwenden dürfen. Das ist oft eine sehr einfache Methode, an Produktbilder zu gelangen. Jedoch muss man beachten, dass auch andere Onlineshops dieselben Bilder verwenden. Wenn ein Kunde dann zum Beispiel eine Produktsuche über Google Shopping macht, werden dutzende gleicher Bilder angezeigt. Daher macht es Sinn, selbst erstellte Bilder zu verwenden, um so aus der Masse heraus zu stechen. Produktbilder kann man relativ einfach und kostengünstig selbst erstellen. Die Grundausrüstung ist schnell beschafft. Es kostet nur Zeit und ein bisschen Tüftelarbeit, aber es lohnt sich. 

10. Die richtige Rechtsform für Onlineshops

Der letzte Punkt ist natürlich die Wahl der richtigen Rechtsform. Ein häufig verwendetes Modell ist der Einzelkaufmann, die GmbH oder leider auch die Ltd. Gerade von der englischen Ltd ist abzuraten, da es im eCommerce sehr stark um Vertrauen geht und das ist bei einer Ltd selten gegeben. Ein neuer Trend ist auch die Mini GmbH, da sie relativ einfach, günstig und schnell zu errichten ist. Und nach einer Weile in eine GmbH umgewandelt werden kann. 

Quelle

Fazit

Bei einem Online-Shop ist es, wie in der analogen Welt, in einem Einzelhandelsgeschäft. Was nutzen dir die schönsten Produkte, das schönste Geschäft, die gute Lage – ohne Kunden? Nichts! Bei einem Einzelhandelsgeschäft hilft natürlich die gute Lage, die guten Produkte. Damit aber genügend Kunden in das Geschäft hineinkommen, muss man mit sehr hohem Werbeaufwand ständig neue Reize für die Kunden setzen. Dies ist im normalen Einzelhandelsgeschäft mit extrem hohen Kosten verbunden. Anzeigen, Werbeschilder, Plakate, Radio oder TV-Werbung. Genau so ist es im Internet. Wie du mit überschaubaren Kosten einen sehr große Menge an Kunden für deinen Online Shop gewinnst, zeigt dir Ralf.